Details

Ort

Strasbourg

Cinéma Odysée
Termin
20 Juni 2021
20:15

Über das Stück

Umherwehender Wüstensand, verwaiste Haushaltsgegenstände und Metallgerippe, experimentelle Klänge, Stille. All das liefert den Rohstoff für ein einzigartiges Projekt zwischen Land Art und Musikperformance. Der Filmemacher und Fotograf Akram Zaatari fand seine Inspiration an einem seltsamen beunruhigenden Ort in Schardscha, einem der Vereinigten Arabischen Emirate, an dem die Wüste sich die in den 1980-er Jahren für eine Beduinengemeinschaft gebauten und nun verlassenen Häuser nach und nach wieder einverleibt.

Drei Männer erscheinen. Wie Forschungsreisende oder Archäologen legen sie eine vergrabene Welt frei und bringen ihren Klang zutage. In dieser oft spielerischen Komposition zwischen Klang und Bild, zwischen Natur und menschlichem Eingriff, klopfen die Männer auf Mauern und Metallrohre, lassen den Sand knirschen und entdecken singende Schüsseln, zupfen an Strängen und projizieren ihre Stimme durch ein riesiges Megaphon. Wer sind sie? Zweifelsohne Künstler in der Begegnung mit einem weiteren Künstler, der Wüste.

Akram Zaataris Film, dessen Seltsamkeit uns durch die wunderschönen Bilder verzaubert, ist auch eine Hommage an den aus den Emiraten stammenden Kunstschaffenden Hassan Sharif (1951-2016), „ein Künstler, dessen Sinn für Ästhetik seiner Zeit weit voraus war in der arabischen Welt", so der Filmemacher.

Akram Zaatari kommt ein bedeutender Platz in der zeitgenössischen Kunstszene zu. Der Filmemacher, Fotograf, bildende Künstler, Archivar, Theoretiker und Kurator beschäftigt sich mit den politischen Fragen, welche die Verwendung von Archivbildern in der Konstruktion einer arabischen Identität aufwirft. Er erkundet stets neue Schaffensbereiche, wie auch sein Film The Landing bezeugt. Im ersten Teil von Arsmondo Libanon im vergangenen März war auch sein beachtenswerter Dokumentarfilm Tyenty-Eight Nights and a Poem zu sehen. An dieser Stelle sei ebenfalls darauf hingewiesen, dass einer der Protagonisten aus The Landing, der Musiker Sharif Sehnaoui, auch an dem für Arsmondo Libanon geschaffenen Film Topologie d'une absence mitgewirkt hat, der vom 10. bis zum 27. Juni wieder online zugänglich ist.