Details

Ort

Strasbourg

Cinéma Odysée
Termin
23 Juni 2021
20:00

Über das Stück

Im Laufe der 1960-er Jahre beginnen junge Forscher der Haigazian-Universität vom All zu träumen, von der Eroberung des Weltraums. Während der Mittlere Osten, in dem der Traum einer panarabischen Macht die Menschen ergriffen hat, in voller Aufruhr ist und der Wettlauf ins All zwischen den USA und der Sowjetunion dem Kalten Krieg neuen Auftrieb verleiht, werden in Beirut Raketen konzipiert!

Doch der Sechs-Tage-Krieg setzt der politischen Utopie einer arabischen Macht ein jähes Ende, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im anbrechenden Jahrzehnt verstärken die soziale Ungleichheit innerhalb der libanesischen Gesellschaft und der im Frühjahr 1975 ausbrechende schreckliche Bürgerkrieg wird das Land mehr als fünfzehn Jahre lang in Blut tränken. All diese Faktoren ersticken den wissenschaftlichen und industriellen Optimismus dieser Zeit, die heute kaum mehr vorstellbar scheint.

Die bildenden Künstler⋅innen und Filmemacher⋅innen Joana Hadjithomas und Khalil Joreige zählen zu den begabtesten und einfallsreichsten Kunstschaffenden unserer Zeit. Für ihr Werk wurden sie 2017 mit dem Prix Marcel Duchamp ausgezeichnet. Ihr jüngster Spielfilm Memory Box ist Teil des offiziellen Wettbewerbs der diesjährigen Berlinale und kommt im Januar 2022 in die Kinos. Im ersten Teil von Arsmondo Libanon im vergangenen März konnten Sie ihre Filme Waiting for the Barbarians und Ismyrna entdecken.

In The Lebanese Rocket Society, der zum ersten Mal 2013 auf dem Toronto International Film Festival gezeigt wurde, gehen Joana Hadjithomas und Khalil Joreige dieser außergewöhnlichen und gänzlich in Vergessenheit geratenen Geschichte des libanesischen Raumfahrtprojekts nach. Mit Archivmaterial und Zeitzeugnissen befragen sie die Geschichte und reflektieren sowohl unser mitunter gefährliches Bedürfnis nach einem goldenen Zeitalter, als auch die gegenwärtige Machtlosigkeit vieler Libanes⋅innen, sich überhaupt eine Zukunft vorzustellen.