Intendanz
Alain Perroux
Alain Perroux, General Intendant
Alain Perroux wurde 1971 in der Schweiz geboren. Nach seinem Studium der Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Genf, sowie Chorleitung (bei Michel Corboz) und Gesang am Genfer Konservatorium arbeitete er acht Jahre als Musikjournalist für Le Journal de Genève und Le Temps. Von 2001 bis 2009 war er als Dramaturg am Grand Théâtre de Genève und in der Folge als künstlerischer Verwaltungsdirektor und Dramaturg für das Opern-Festival von Aix-en-Provence tätig. 1998 entwarf er eine Textmontage für Schauspieler⋅innen und Sänger⋅innen von Ibsens Peer Gynt zu Griegs Vertonung für das Orchestre de la Suisse Romande, deren Aufnahme (Aeon/Harmonia Mundi) mehrfach ausgezeichnet wurde -- mit dem Diapason d'or de l'année und Choc du monde de la musique -- und für die er auch die Sprechtexte auf drei Sprachen inszenierte, unter anderem mit den Schauspieler innen Lambert Wilson, Susanne Lothar und Sir Derek Jacobi. Diese von ihm entworfene Konzertfassung wurde seitdem in Prag, Essen, Köln, Dortmund, London, Wien, Graz, Limoges und Montpellier dargeboten. Er ist Autor verschiedener Einführungswerke zur Oper (L'Opéra, mode d'emploi, 2000 und 2015) und zum US-amerikanischen Musical (La Comédie musicale, mode d'emploi, 2009), sowie von Monografien über Frank Martin und Franz Schreker. Als Herausgeber veröffentlichte er ebenfalls mehrere Sammelbände. Von 2003 bis 2011 übernahm er die Intendanz der Opéra de Poche in Genf, einer unabhängigen Operneinrichtung, die unter seiner Leitung zahlreiche Gastspiele (Produktion und Inszenierung) in verschiedenen Städten der französischsprachigen Schweiz gab: 2004 und 2011 die Impressions de Pelléas von Debussy, 2006 La Calisto von Cavalli, 2008 und 2009 Sweeney Todd von Sondheim. Für die Uraufführung von Contes de la lune vague après la pluie schrieb er sein erstes Opernlibretto. 2015 inszenierte er die französische Adaption von Jonathan Doves Oper The Monster in the Mazeunter der musikalischen Leitung von Simon Rattle für das Festival von Aix-en-Provence und die Adaption der Dialoge von Offenbachs Orpheus in der Unterwelt und Die schöne Helena für die Opéra national de Lorraine. Im Januar 2020 wurde er zum Generalintendanten der Opéra national du Rhin (Straßburg, Colmar und Mulhouse) berufen.
Übersetzung: Inga Frohn
Chrysoline Dupont, neue Generaldirektorin der Opéra national du Rhin ab 2026
Nach einem strengen Auswahlverfahren, das gemeinsam von den Städten Straßburg, Colmar und Mulhouse, dem Kulturministerium und der Region Grand Est gemeinsam durchgeführt wurde, hat die Auswahljury dem Gewerkschaftsausschuss der OnR die Ernennung von Chrysoline Dupont zur Generaldirektorin der Opéra national du Rhin mit Wirkung zum 1 Juli 2026 vorgeschlagen. Diese Ernennung wurde von der Kulturministerin genehmigt.
Chrysoline Dupont wird am 1 Juli 2026 die Nachfolge von Alain Perroux antreten, der seit Januar 2020 an der Opéra national du Rhin tätig ist. Als designierte Generaldirektorin wird sie ab September 2024 die Vorbereitung und Programmgestaltung der Spielzeit 2026/27 und der folgenden Spielzeiten übernehmen.
Der Gewerkschaftsausschuss der OnR freut sich, Chrysoline Dupont willkommen zu heißen, die zweite Frau, die in der Geschichte der Opéra national du Rhin das Amt der Generaldirektorin übernimmt.
Anne Mistler
Präsidentin der Opéra national du Rhin
Biografie
Chrysoline Dupont, die 2004 ihr Studium an der Sciences-Po Paris abschloss, folgte 2007 der Einladung von Gérard Mortier, als Projektbeauftragte in sein Team an der Opéra national de Paris einzutreten. Ihr wurde die Aufgabe übertragen, das Programm „Opéra-Université“ sowie die Verwaltung des Studio Bastille und des Amphithéâtre neu zu beleben.
Im Jahr 2009 wechselte sie zum Team von Bernard Foccroulle beim Festival d’Aix- en-Provence und begleitete die Projekte bedeutender Künstler wie Katie Mitchell, Peter Sellars, George Benjamin oder Esa-Pekka Salonen.
Im Jahr 2015 wurde sie Programmdirektorin des Orchestre de chambre de Paris. Gemeinsam mit dem Generaldirektor Nicolas Drouin verfolgt sie eine ambitionierte künstlerische Ausrichtung. Sie setzt sich für das Thema kulturelle Rechte ein, indem sie interdisziplinäre Aufführungen für benachteiligte Zielgruppen organisiert, und engagiert sich gemeinsam mit den 43 festangestellten Musikern für die Gleichstellung der Geschlechter, insbesondere durch die Einrichtung von Akademien für junge Komponistinnen.
Im Jahr 2022 bereitet sie gemeinsam mit Louis Langrée eine gemeinsame Kandidatur für die Leitung des Théatre national de l’Opéra-Comique vor. Als künstlerische Leiterin gestaltet sie an seiner Seite das Programm des Hauses, ist für die strategische Steuerung der künstlerischen und kulturellen Aktivitäten zuständig, koordiniert deren Umsetzung mit den Produktionsteams und leitet eine neue Akademie. Dabei ist sie dazu angehalten, neue Produktionsmodelle für die Oper zu erforschen: Projekte mit starker sozialer und ökologischer Dimension zu konzipieren, die Opéra-Comique durch ein solides Partnernetzwerk international bekannt zu machen und nach Künstlern zu suchen, deren Sichtweise das Operngenre für ein Publikum von heute und morgen zum Klingen bringen kann.