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Der Chor der Opéra national du Rhin

1972 gründeten die Städte Straßburg, Mulhouse und Colmar den interkommunalen Zweckverband der Opéra du Rhin und schufen so auch den Rahmen für die Chöre der Opéra national du Rhin.

Das Ensemble besteht aus 44 ständigen Mitgliedern und wird von Alessandro Zuppardo geleitet. Von der Kritik in den höchsten Tönen gelobt, hat der Chor zahlreiche CDs eingespielt, unter anderem Die schöne Helena, Die Zauberflöte, Così fan tutte, Turandot und Roberto Devereux mit dem Orchestre philharmonique de Strasbourg, sowie Die Entführung aus dem Serail mit dem Ensemble Les Arts Florissants unter der Leitung von William Christie. Bei den meisten bedeutenden Musikfestspielen in Frankreich war der Chor bereits zu Gast, darunter Aix-en-Provence, Straßburg, Saint-Denis, Carcassonne, Vichy und das Festival de Radio France et Montpellier. Auch bei den Opernfestspielen im finnischen Savonlinna (Der Freischütz und Dialogues des Carmélites) und bei den Londoner Proms (Dialogues des carmélites) war das Ensemble zu hören.

Die Chorsänger-innen stellen in den Produktionen der Opéra national du Rhin bisweilen auch ihr schauspielerisches Talent unter Beweis, vom Grand Repertoire bis zu zeitgenössischen Kreationen. So wirkten sie unter anderem an der Uraufführung von Giorgio Battistellis eigens für sie komponierten Prova d'orchestra und Georges Aperghis' Tristes Tropiques mit. Sie treten mit dem Orchestre philharmonique de Strasbourg (Verdis Requiem, Beethovens 9. Symphonie, Stabat Mater etc.) sowie mit dem Orchestre symphonique de Mulhouse auf. Der Chor folgt auch Einladungen an andere Opernhäuser und beteiligte sich beispielsweise in Rennes an Iphigénie en Tauride, in Montpellier an Sigurd von Reyer und Étienne Marcel von Camille Saint-Saëns, in Nantes an Samson et Dalila und am Théâtre du Capitole in Toulouse an Le Roi d'Ys von Lalo.

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Alessandro Zuppardo

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Chordirektor

Alessandre Zuppardo war Chordirektor an der Frankfurter Oper (2003-2008), am Teatro Lirico in Triest (2010-2011) und an der Leipziger Oper (2011-2018). Seit den 1980er Jahren arbeitete er als Stimmcoach, musikalischer Leiter oder Chordirektor für lyrische Ensembles in ganz Italien, für die Opernfestspiele von Macerata und der Arena von Verona, sowie in ganz Europa. 1993 wirkte er an der Produktion der Aida im Palais Omnisports in Paris Bercy mit und arbeitete anschließend mit dem Chor der Oper von Nizza an Werken wie La fanciulla del West, Das Urteil des Paris und Andrea Chénier. Sein Repertoire reicht vom Barock bis zu zeitgenössischer Musik, mit einer Vorliebe für das klassische italienische Repertoire des 19. Jahrhunderts (Rossini, Donizetti, Verdi) und die Symphonien des 20. Jahrhunderts. Er arbeitete mit Dirigenten wie Francesco Molinari Pradelli, Nicola Rescigno, Oliviero de Fabritiis, Nello Santi, Daniel Oren, Paolo Carignani, Alberto Zedda, Herbert Blomstedt, Kiril Petrenko, Alan Gilbert, Riccardo Chailly, Christian Thielemann und Andris Nelsons. Der leidenschaftliche Pianist spielt auch selbst bei Akademien und Meisterklassen und begleitete Konzerte und Liederabende renommierter Sänger-innen wie Renato Bruson, Mariella Devia, Fabio Armiliato, Elena Mauti Nunziata, Roberto Scandiuzzi, Cecilia Bartoli und Vincenzo La Scola. Seit 1995 assistiert er Dalton Baldwin in der Internationalen Sommerakademie in Nizza und in verschiedenen Klassen in Europa. Seinen wichtigsten Auftrag sieht er in der Vermittlung seines Könnens. Er lehrte in so unterschiedlichen Einrichtungen wie der Universität Stavanger in Norwegen, mit Teresa Berganza an der Casa de Mateus in Portugal, mit Virginia Zeani in Barcelona, oder auch mit dem legendären Carlo Bergonzi im italienischen Busseto. Von seinen eingespielten CDs sind vor allem die Aufnahmen von Francis Poulencs Gesamtwerk für Männerstimmen zu nennen (3 CDs mit dem Baritonisten Holger Falk, erschienen bei Dabringhaus & Grimm).