Details

Ort

Strasbourg

Cinéma Odysée
Termin
25 Juni 2021
19:00

Über das Stück

13 Kurzfilme / Essays
Conversations de salon I (le pays, les maris, la famille), Conversations de salon II (Moi, L’étranger, Dieu), Nous/Ninha, Allô Chérie, Souvenirs de violence, Blackjack, L’art de la cuisine, This Smell of Sex, Autoportrait
Libanon / Frankreich – 2004-2021 – ca. 185 Min. – OmfrU

Tauchen Sie mit dieser Kurzfilmreihe der Filmemacherin Danielle Arbid in libanesische Vorstellungswelten ein. Sehr persönliche Porträts, die Zartheit, Freude, Wahnsinn, Schmerz, Angst und Lachen vereinen. Nur wenige Tage nach der Vorführung im Festival Coté Court in Pantin zeigt die Filmemacherin die Gesamtheit ihrer „Familienfilme" zum zweiten Mal im Rahmen von Arsmondo Libanon, erwaitert um ein erst kürzlich fertiggestelltes Selbstporträt. Die Regisseurin, die auf zahlreiche große Festival eingeladen wird (ihr jüngster Spielfilm Passion simple wurde 2020 offiziell für den Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes ausgewählt und kommt im August in die französischen Kinos), wird bei der Vorführung im Cinéma Odyssée anwesend sein, um ihre „libanesische Familie" vorzustellen und sich den Fragen des Publikums zu stellen.

Meine libanesische Familie ist ein fragmentarisches Porträt meiner Familie und meines Umfelds im Libanon, dem Land, in dem ich lebe. Es ist ein Stammbau, der verschiedene Formen annimmt.

Schon seit einigen Jahren erkunde ich das Motiv meiner Familienchronik. Eine Kurzfilmsammlung, ein Flirt mit dem Genre, eine Inszenierung meines persönlichen Universums, meiner geliebten und verlorenen Welt

In den sechs Folgen der Reihe Conversations de salon (Wohnzimmergespräche) sitze ich meiner Tante Lili und ihren Freundinnen gegenüber, wenn sie Tee trinken, wie in einem winzigen Kakophonie-Theater. In Allô chérie (Hallo Schatz) folge ich meiner Mutter durch Beirut mithilfe eines Spionagechips auf ihrem Handy. In Nous (Wir) gab es kaum Gespräche mit meinem Vater, es ist ein Trauer-Film. In This Smell of Sex (Dieser Geruch nach Sex) verstärke ich die sexuellen Abenteuer meiner Freund⋅innen, vom skandalträchtigen bis zum lachhaften. In Blackjack und L'art de la cuisine (Die Kunst des Kochens) schildere ich die nächtliche Welt meiner Kusine und die politische Welt meines Onkels. Und in meinem jüngsten und bisher wohl riskantesten Film Souvenirs de violence (Gewalterinnerungen) erzähle ich die Beziehung zu meinem Bruder in Form eines Fotoromans.

Ich mache diese Filme ohne Budget, mit meinen eigenen Mitteln und in großer Eile, bevor es zu spät ist und das Land verschwindet, in dem ich diese Menschen zurückgelassen habe. Ich dokumentiere eine persönliche Erfahrung „mit dem, was da ist", um es mit den Worten Chantal Akermans zu sagen.  Und vor allem experimentiere ich mit neuen Erzählformen. Und ich versuche meine Familie wieder zusammenzustellen, die sich entfernt, wie ein Schiff am Horizont... Mit all ihren Schwächen, ihrer Wut und ihrer Schönheit. Und womöglich wird der letzte Teil dieses Organigramms ein Selbstporträt."

Danielle Arbid

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