Details

Ort

Strasbourg

Bibliothèque Nationale et Universitaire de Strasbourg
Termin
10 Juni 2021
17:00
Informationen

Entrée libre Sur réservation : www.bnu.fr/billetterie

Über das Stück

Über die kulturelle Welt der Phönizier ist nur wenig bekannt. Dabei ist die fast neun Jahrhunderte lange Geschichte dieser ethnischen Gruppen, die die Ostküste des Mittelmeers vom Beginn der Eisenzeit im 12. Jahrhundert bis zur Belagerung von Tyros durch Alexander den Großen im Jahr 332 vor unserer Zeit bevölkerten, äußerst interessant. Sie waren bemerkenswerte Seefahrer und Handelsexperten und ihr Einflussgebiet reichte weit über die Levante hinaus bis nach Karthago – gegründet von der legendären und tragischen Prinzessin Dido –, Sardinien und Spanien bis nach Gibraltar und darüber hinaus. Die phönizischen Städte entlang der libanesischen Küste - Arwad, Simyra, Tripoli, Byblos, Beirut, Sidon und Tyros, um nur die wichtigsten zu nennen – waren Schifffahrts- und Handelszentren. Sie bildeten keine politische Einheit, doch sie teilten Sprache, Alphabetschrift, Kultur und auch ökonomische Interessen. Wir können die Phönizier nicht verstehen, ohne die politische Lage in der Region zu berücksichtigen, sowie auch den intensiven Austausch mit ihren Nachbarn (Ägypter, Griechen, Hebräer, Aramäer, Assyrer etc.) und ihre beeindruckende Expansion im Mittelmeerraum. Was wir heute als phönizische Kunst bezeichnen, ist das Ergebnis von Begegnungen, Einflüssen und kultureller Verschmelzung. Zurzeit sind in der National- und Universitätsbibliothek in Straßburg (BNU) etwa sechzig Objekte aus dem Musée du Louvre zu sehen – kleine Statuen, Keramik, Schmuck, Votivobjekte, Masken... –, die den Straßburger Bestand ergänzen. In diesem Rahmen laden Arsmondo Libanon und die BNU Sie zu einem Vortrag einer großen Spezialistin der phönizischen Kultur ein. Hélène Le Meaux, Konservatorin in der Abteilung orientalische Antike des Musée du Louvre, wird uns die Bedeutung dieser Kultur erklären, der noch heute ein wichtiger Platz im kollektiven Bewusstsein im Libanon zuteil wird.