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Die Compagnie

Zum Ballett gehören 32 fest engagierte Tänzer·innen aus aller Welt, die über eine solide akademische Grundausbildung verfügen und sehr unterschiedliche Stile beherrschen.

Das Ballett der Opéra national du Rhin wurde 1972 unter dem Namen Ballet du Rhin in Straßburg gegründet. 1974 bezog es die neuen Räumlichkeiten in Mulhouse und ging von dort auf Tournee im Elsass, in Frankreich und auf der ganzen Welt. Die Leitung des Balletts übernahmen nacheinander Jean Babilée, Denis Carey, Peter Van Dyk, Jean Sarelli, Jean-Paul Gravier, Bertrand d'At, Ivan Cavallari und seit 2017 Bruno Bouché. Sie alle haben durch ihre Persönlichkeit und ihre künstlerischen Entscheidungen dazu beigetragen, dass Kompetenz und Qualität der Compagnie allgemeine Anerkennung finden. Das Ballett der Opéra national du Rhin ist eines der wenigen französischen Ensembles, das von barock bis modern und von klassisch bis zeitgenössisch sämtliche Tanzstile beherrscht. Davon zeugt nicht zuletzt die lange Liste der Choreograf-innen, die mit ihm gearbeitet haben: von Bournonville über Balanchine, Kylián, Béjart, Forsythe und Lucinda Childs bis Heinz Spoerli. Sein Repertoire umfasst Referenzwerke wie La Sylphide und Giselle, aber auch ausgefallene Interpretationen großer Klassiker wie Romeo und Julia, Don Quichotte, Der Nussknacker und Coppelia, Meilensteine der bedeutendsten Choreograf-innen des 20. Jahrhunderts wie auch Auftragsarbeiten junger oder erfahrener Choreograf-innen

Tanz mit Spaβ und Gefühl

Das Ballett der Opéra national du Rhin ist seit 1985 als Centre chorégraphique national anerkannt. Mit einem außergewöhnlich breit gefächerten Repertoire vermitteln wir unserem Publikum durch lebendige, zeitgenössische Aufführungen klassischer Werke und zahlreiche Neuschöpfungen umfassende Einblicke in die Welt des Tanzes. Wir wollen die Vielfalt und die unerschöpfliche Vitalität des Tanzes hervorheben. Neben Tourneen in ganz Frankreich und im Ausland engagiert sich die Compagnie in Straßburg, Mulhouse, Colmar und der gesamten Region, die dortige Tanzszene zu entwickeln und eine Offenheit für alle tänzerischen Ausdrucksformen zu schaffen. Unser Publikum soll an der Energie und der Lebensfreude des Tanzes teilhaben. Beim Ballett geht es nicht um Traditionen, sondern um Gefühle. Darüber hinaus bietet das Ballett der Opéra national du Rhin Aktivitäten für verschiedene Zuschauergruppen, um den Tanz mit seiner langen Geschichte bekannter zu machen und Neugier zu wecken. Wir möchten möglichst viele Menschen zum Besuch von Tanzaufführungen aller Epochen und Stile anregen.

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Bruno Bouché

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Künstlerischer Leiter

Bruno Bouché begann seine Ausbildung 1989 in der Tanzschule der Opéra national de Paris. Im Oktober 1996 engagierte das Ballett der Opéra national de Paris ihn als Quadrille. Im Januar 1999 stieg er zur Coryphée auf und erreichte 2002 den Rang des Sujet. Er tanzte unter anderem in Stücken von George Balanchine, Pina Bausch, Maurice Béjart, Kader Belarbi, William Forsythe, Jiří Kylián, Rudolf Nurejew, Marius Petipa, Roland Petit, Angelin Preljocaj, Laura Scozzi und Saburo Teshigawara. Neben seiner Tätigkeit an der Pariser Oper wurde er regelmäßig mit den Gruppen der verschiedenen Solotänzer·innen der Compagnie nach Europa, in die USA oder Japan eingeladen. Seit 1999 ist Bruno Bouché künstlerischer Leiter von Incidence Chorégraphique, das die choreografischen Arbeiten von Tänzer·innen der Pariser Oper (wie José Martinez und Nicolas Paul) produziert. Seit 2003 entwickelt Bruno Bouché eigene Choreografien, darunter Bless – ainsi soit IL (2010, Suzanne Dellal Theater Tel Aviv), Elegie (2011, mit David Grimal und seinem Orchester Les Dissonances), Nous ne cesserons pas (2011, Stiftung Georges Cziffra) und From the Human Body (2012, Théâtre de Fontainebleau). Bei der Veranstaltung Percussions et Danse an der Pariser Oper präsentierte er 2013 im Palais Garnier SOI-Ătman und Music for Pieces of Wood. 2014 stellte er ebenfalls im Palais Garnier im Rahmen von Musique et Danse seine Kreation Yourodivy vor. Bruno Bouché arbeitete mit dem Künstler JR an dessen Film Les Bosquets sowie bei einem Fotoshooting mit Tänzern auf dem Dach des Palais Garnier. Im März 2015 wurden im Palais Garnier seine Choreografien Amores 4 und Dance Musique 3-2-1 uraufgeführt. Bei der Israel Tour 2015 zeigte er Between light and nowhere im Suzanne Dellal Theater in Tel Aviv. 2013 übernahm Bruno Bouché die künstlerische Leitung des Festivals Les Synodales in Sens, des Tanzprogramms am dortigen Stadttheater und des Choreografie-Wettbewerbs für junge Compagnien im Bereich zeitgenössischer Tanz. 2014/2015 leitete er mit der Unterstützung von Laura Gédin das Choreografie-Projekt des Programms Dix mois d’école et d’Opéra und führte zum Ende des Schuljahres seine Choreografie Ça manque d’amour mit den Schüler·innen einer 6. Klasse aus dem Großraum Paris auf. In der Spielzeit 2015/2016 beteiligte er sich auf Einladung von Benjamin Millepied an der ersten Choreografie-Akademie der Pariser Oper. Im Juni 2017 produzierte er seine Kreation Undoing World an der Pariser Oper. Im Juli 2016 wurde Bruno Bouché zum Direktor des CCN/Ballett der OnR ernannt. Er übernahm die künstlerische Leitung des Balletts offiziell im September 2017. Im Mai 2018 nahm er seine Choreografie Bless-ainsi soit-IL im Rahmen der Veranstaltung Bach tanzen im 21. Jahrhundert wieder auf.

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Das Ballett der Opéra national du Rhin in Schlüsseldaten

1972

Gründung des interkommunalen Zweckverbands Opéra du Rhin durch die Städte Straßburg, Mulhouse und Colmar. Die Ballettcompagnie der Oper ist in Straßburg angesiedelt und erhält den Namen Ballet du Rhin. Jean Babilée übernimmt die künstlerische Leitung.

1974

Umzug der Compagnie nach Mulhouse. Peter Van Dyk wird zum Direktor ernannt. Seine Nachfolger sind Jean Sarelli (1978), Jean-Paul Gravier (1990), Bertrand d'At (1997), Ivan Cavallari (2013) und gegenwärtig Bruno Bouché.

1985

Das Ballet du Rhin wird als Centre chorégraphique national (CCN) ausgezeichnet. Es ist bisher das einzige CCN, das Teil eines Opernhauses ist.

1998

Die Opéra du Rhin wird zur Opéra national und das Ballet du Rhin wird in Ballet de l'Opéra national du Rhin umbenannt.

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Das CCN

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Centre Chorégraphique National

Das vom französischen Kulturministerium vergebene Prädikat Centre chorégraphique national geht an künstlerische Einrichtungen unter der Leitung von herausragenden Choreograf·innen, die durch ihre Arbeit die Vielfalt an tänzerischen Ausdrucksformen, Stilen und Schaffensweisen im gegenwärtigen Frankreich verkörpern. Die 19 CCN verwirklichen unterschiedliche Projekte, in deren Mittelpunkt das choreografische Schaffen steht, aber auch die Erweiterung des Repertoires, die Verbreitung von Produktionen, das Teilen von Ressourcen (Accueil Studio) sowie Förderung und Ausbildung im Bereich der Choreografie. Öffentliche Auftraggeber sind der französische Staat, die Regionen und Kommunen; die Finanzierung erfolgt im Rahmen der Raumplanung und der Politik zur Förderung des Tanzes. Auf diese Weise sollen den Künstler·innen geeignete Räumlichkeiten und die erforderlichen Mittel für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt werden. Das Ballett der Opéra national du Rhin wurde 1985 als Centre chorégraphique national ausgezeichnet und bildet bis heute eine Ausnahme: Es ist das einzige CCN, das als Teil eines Opernhauses organisiert ist. Ziel der öffentlichen Förderung ist eine größere Anerkennung für Repertoireballett und neoklassischen Tanz sowie der Austausch zwischen Compagnien mit unterschiedlichen Praktiken. Alle CCN verfolgen eine eigene Kreations- und Aufführungspolitik, auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene; sie pflegen ihr spezifisches Repertoire und entwickeln innovative Tanzprojekte.


Assoziierter Künstler

Daniel Conrod, unabhängiger Autor (Essays und Fiktion) und Journalist, ist von 2018 bis 2010 assoziierter Künstler des CCN/Ballett der Opéra national du Rhin. Er beteiligt sich unter anderem am Atelier, einem alternativen Raum zur Identitätsbildung der Compagnie. Er forscht und reflektiert in Kleingruppen mit den Tänzer·innen und hinterfragt die Stellung des Balletts im Elsass. Für die Spielzeit 2018/2019 gestaltet er eine Abendveranstaltung für junges Publikum, die Werkstatt der Gebrüder Grimm, für welche die Tänzer·innen Stücke aus der fabelhaften Welt der zwei Märchenerzähler schaffen.

Accueil Studio: Ressourcen teilen

Das Programm Accueil Studio wurde 1998 vom französischen Kulturministerium ins Leben gerufen. Es soll den Centres choregraphiques nationaux (CCN) ermöglichen, Ressourcen miteinander zu teilen und unabhängige Ensembles zu unterstützen. Es bietet den ausgewählten Ensembles professionelle Arbeitsbedingungen und fördert Tanzprojekte auf regionaler und überregionaler Ebene. Konkret geschieht dies durch das Bereitstellen von Tanzstudios, aber auch durch umfassendere administrative und technische Unterstützung, bis hin zu direkten Beteiligungen an Koproduktionen. Jedes CCN verfügt über ein Budget, mit dem es die Projekte der gewählten Ensembles oder Choreograf·innen unterstützt. Das Ballett der Opéra national du Rhin beteiligt sich seit 2001 an Accueil Studio. Es konnte auf diese Weise die Arbeit von Choreograf·innen aus dem Elsass und aus ganz Frankreich unterstützen. Das Programm trägt vor allem zur konkreten Umsetzung von Projekten bei. Durch Begegnungen und Gemeinschaftsprojekte fördert es die Entwicklung des Tanzes auf regionaler und überregionaler Ebene.


2018 bis 2019, Das Ballet OnR - CCN unterstützt:
  • Harris Gkekas
  • Cie Strates (via le réseau Grand Luxe)
  • Caroline Allaire – Cie KHZ
  • Bruno Benne – Cie Beaux-Champs
  • Olga Mesa & Francisco Ruiz De Infante – Cie Hors Champs
  • Gilles Baron – Association Origami Cie Gilles Baron
  • Vania Vaneau – Cie Arrangement provisoire
  • Mathieu Desseigne, Sylvain Bouillet & Lucien Reynès – Cie Naïf Production
  • Raphaël Cottin – Cie la Poétique des Signes
  • Catherine Diverrès – Association d’Octobre Cie Catherine Diverrès
  • Ezio Schiavulli – Cie EZ3 (via le réseau Grand Luxe)
  • Vidal Bini – Cie KHZ (via le réseau Grand Luxe)
  • Marino Vanna – Cie Marino Vanna
  • Sarah Crépin & Etienne Cuppens – Cie La BaZooKa
  • Laurent Goldring – Cie Goldring-Productions
  • Gilles Schamber – Cie Gilschamber Asso Tanz
  • Edouard Hue – Beaver Dam Company
  • Etienne Rochefort – Cie 1 des Si
  • Claire Durand-Drouhin – Cie Traction
  • Baptiste Hilbert & Catarina Calçada Barbosa – Cie Awa As We Are

Partnerschaft mit Accueil Studio :
  • ADIAM67 – Strasbourg
  • Agence Culturel d’Alsace – Sélestat
  • Bataville Fabrique Autonome des Acteurs - Moussey
  • CCN Ballet de Lorraine – Nancy
  • Centre Europe – Colmar
  • Espace 110 – Illzach
  • Espace Athic – Obernai
  • Espace Tival, CREA – Kingersheim
  • La Filature Scène nationale – Mulhouse
  • MAC Relais Culturel – Bischwiller
  • Le Manège Scène nationale - Reims
  • Pôle Sud CDCN – Strasbourg
  • Théâtre La Coupole – Saint-Louis
  • Théâtre du Marché aux grains – Bouxwiller
  • Théâtre Le Triangle – Huningue
  • Tréteaux de Haute Alsace - Mulhouse
  • TJP CDN – Strasbourg
  • Viadanse CCN de Franche-Comté – Belfort

Kontakt

Pasquale Nocera • +33 (0)3 89 45 94 14 • pnocera@onr.fr


Regelmäßiges Tanztraining

Jeden Montag Tanzklasse der Compagnie. Zulassung nach Bewerbung und unter folgenden Bedingungen:

  • Volljährigkeit
  • Nachweis von beruflicher Erfahrung
  • Bewerbung unbedingt mit Lebenslauf und Fotos.
  • Die künstlerische Leitung behält sich das Recht vor, die Aufnahme in die Tanzklasse nicht zu verlängern.
Informationen / Bewerbungen

Nur per E-Mail • Pasquale Nocera • pnocera@onr.fr


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